Dank leisem Antrieb: Live-Musik im Münsteraner Elektrobus

Fahrgäste und Musiker hatten gleichermaßen Spaß am Konzert im Elektrobus
(Foto: Stadtwerke Münster GmbH)

 

27.7.2017. Busse so leise, dass man darin ein Livekonzert spielen, Geschichten erzählen oder Theater spielen kann: In einigen Städten ist das mit Elektrobussen bereits Realität, auch dank des ZeEUS-Förderprogramms der EU und des internationalen Verkehrsverbundes UITP. Die Stadtwerke Münster sind ZeEUS-Partner und betreiben fünf Elektrobusse auf der Linie 14, die inzwischen über 130000 Kilometer emissionsfrei zurückgelegt haben und damit schon mehr als drei Mal um die Erde gefahren sind.

Um die umweltfreundliche Mobilität hervorzuheben, hat die UITP in Münster und weiteren europäischen Städten künstlerische Aktionen in den Elektrobussen veranstaltet. Auf der Linie 14 zwischen Mauritz und Allwetterzoo begeisterte die heimische Band „The Thieves“ die Fahrgäste mit dem Song „Just the two of us“. Wer mithören möchte: Das Video findet sich auf www.stadtwerke-muenster.de/elektrobus. Wer wissen möchte, was in den anderen Städten im Bus umgesetzt wurde, kann sich dort auch zu den Videos aus Bonn, Warschau (Polen), Pilsen (Tschechien), London (England), Barcelona (Spanien) und Cagliari (Italien) klicken. Ziel der Kampagne ist es, gemeinsam mit lokalen Künstlern die Vorteile der Elektrobusse bekannt zu machen und so dazu beizutragen, dass Autofahrer ihr Fahrzeug stehenlassen und in den Bus umsteigen.

ZeEUS steht für Zero Emission Urban Bus System (Innerstädisches Bussystem ohne Emissionen) wird vom internationen Verkehrsverbund UITP koordiniert. Ziel des Projekts ist es, Elektromobilität im Busverkehr voranzubringen. ZeEUS wird vom Kommissar für Verkehr der Europäischen Kommission gefördert, das Budget liegt bei 22,5 Millionen Euro (13,5 Millionen Euro EU-Förderung). Im Projektzeitraum von November 2014 bis April 2018 werden Elektro-, Plug-in-Hybrid- und elektrische Trolleybusse getestet und ihre wirtschaftlichen, umwelttechnischen und gesellschaftlichen Vorteile ausgewertet. www.zeeus.eu.

Die UITP (Union Internationale des Transports Publics) ist ein internationaler Verkehrsverband für den öffentlichen Personenverkehr. Sie bildet ein weltweites Netzwerk für nachhaltige Mobilitäts-Angebote, mit 1400 Mitgliedsunternehmen und 18000 Kontakten aus 96 Staaten. Darunter befinden sich Verkehrsbehörden und –unternehmen, Entscheider, Forschungsinstitute sowie Zulieferer und Serviceanbieter aus dem Verkehrssektor. www.uitp.org.                          EB


Die Deutsche Bahn testet autonomes Fahren mit Minibussen

Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

Autonomer Busbetrieb: Die Deutsche Bahn ist auch auf der Straße innovativ

16.12.2016. Auf dem Gelände des Euref-Campus in Berlin-Schöneberg erprobt die DB gemeinsam mit dem Forschungszentrum InnoZ (das mehrheitlich von der DB geführt wird), in den kommenden Monaten einen autonomen Buslinienbetrieb. Eingesetzt wird derzeit ein Prototyp des US-amerikanischen Herstellers „Local Motors“, der ähnlich schon als „Strati“ und jetzt als „Olli“ für Aufsehen sorgt; dabei handelt es sich nämlich um einen Minibus, dessen Karosserie über einen industriellen D3-Drucker entsteht.

Der elektrisch angetriebene „Olli“ soll Sprachbefehle umsetzen können und ist dem Vernehmen nach mit einem Superrechner (Watson/IBM) verbunden, der Daten über Sensoren, Kameras und Radar empfängt. Bliztzschnell ausgewertet, erfolgen Steuerungsbefehle für den Betrieb.

Bereits seit Oktober läuft ein ähnlicher Test in Leipzig auf dem Gelände von DB Schenker mit einem Minibus des international agierenden Unternehmens „EasyMile“, dessen Hauptsitz sich in Touluse (F) befindet. In beiden Fällen können Mitarbeiter die Busse nutzen. So sollen Fahrzeugtechnik und Betrieb unter möglichst realen Bedingungen getestet sowie Kundenfeedback eingeholt werden. 

Die Deutsche Bahn forciert ihre Aktivitäten auf der Straße. So lassen sich über Tochterunternehmen Autos (Flinkster) und Fahrräder (Call-a-bike) mieten, zudem ist die Bahn an „Clever-Shuttle“ beteiligt, einem Unternehmen, dass elektrisch (oder per Hybridtechnik) angetriebene und somit besonders umweltfreundliche Sammeltaxis einsetzt. EB

 


Attraktion für Hamburg: Amphibienbus für Rundfahrten zu Land und auf dem Wasser

 

2.9.2016. Neuerdings ist in Hamburg der sogenannte „Hafencity Riverbus“ im Einsatz. Der Betreiber kombiniert mit dem Amphibienbus eine Fahrt zu Land mit einer Rundfahrt auf der Elbe – von wo aus viele Sehenswürdigkeiten der Hafenstadt besonders gut zu sehen sind.

 

„Die Idee für ein solches Projekt hatte ich schon vor 18 Jahren“, erzählt Fred Franken, gelernter Schifffahrtskaufmann und bekennender Busenthusiast, „Damals habe ich eine ähnliche Attraktion in Singapur gesehen und mir war sofort klar, dass so etwas unbedingt nach Hamburg kommen muss.“

 

Als Besitzer des ersten Amphibienbusses Deutschlands musste Franken an vielen Stellen Pionierarbeit leisten. Daher hat die Umsetzung von der ersten Idee bis zum fertigen Fahrzeug auch vier Jahre gedauert. Die größte Herausforderung stellte tatsächlich die Zulassung dar; Amphibienfahrzeuge sind nämlich im deutschen Verkehrsrecht nicht vorgesehen.

 

Somit fährt der Riverbus an Land wie ein ganz normaler Linienbus und hat sogar Haltewunschtaster bekommen – nicht weil er wirklich unterwegs an Haltestellen stoppen würde, sondern weil es zur Zulassung des ungewöhnlichen Gefährts gefordert wurde. Unter der wasserdichten Hülle steckt ein MAN Lkw-Chassis, den Aufbau lieferte ein Unternehmen aus Ungarn. Eine weitere Herausforderung ergibt sich bei der Wartung. „Es handelt sich weder um einen Bus noch um ein Schiff, es gibt bisher keine vergleichbaren Fahrzeuge. Um bei Bedarf schnell an zu reparierende Teile heran zu kommen, erfordert es ein sehr hohes technisches Verständnis der Werkstattmitarbeiter“, erläutert Mike Vannauer, Regionalleiter Verkauf Bus Nord bei der MAN Truck & Bus Deutschland GmbH. Als gelernter Seemann schlägt sein Herz bei diesem speziellen Fahrzeug natürlich höher. So erfolgt die werkstattseitige Betreuung auch durch den MAN Servicebetrieb Moorfleet.

 

Die Resonanz auf die Stadtkreuzfahrten ist beeindruckend: „In den ersten zwei Monaten unseres Betriebs haben wir bereits über 6000 Personen befördert. Darunter Hamburger, aber auch sehr viele auswärtige Gäste“, freut sich Fred Franken. Und auch andere Städte wurden bereits aufmerksam. So liegen bereits Anfragen für bis zu sieben weitere Amphibienbusse vor.

Übrigens kann der Riverbus auch – falls es die Touristenfahrten zulasssen – für Wartungstätigkeiten auf dem Wasser eingesetzt werden. Weitere Informationen

EB/Foto: Pressestelle  MAN Truck & Bus


BVO: 60 Vito Kombi-Transporter (Mercedes-Benz) für den Schülerverkehr

15.8.2016. Der Mercedes-Benz Vertrieb Deutschland hat in Minden/Westfalen 60 Mercedes-Benz Vito an den BVO Busverkehr Ostwestfalen über­geben. Die BVO, ein Tochterunternehmen der DB Regio Bus, ist nach einer europa­weiten Ausschreibung nun im sogenannten Spezialverkehr für fünf soziale Einrichtungen unter­wegs. Mit den neuen Mercedes-Benz Vito (Kombi-Transporter) werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung befördert. Diese werden direkt von zu Hause abgeholt und zu den Schulen bzw. Werkstätten in Bielefeld, Paderborn und Lemgo gebracht.

Bei den neuen Fahrzeugen handelt es sich um Mercedes-Benz Vito 116 CDI Tourer PRO, angetrieben von 120 kW starken Euro 6-Dieselmotoren und 6-Gang-Schaltgetrieben. Die 8-Sitzer bieten in der langen Vito-Variante viel Platz.

Hinsichtlich der Sicherheitsausstattung wurde - gerade wegen der Schülerbeförderung - viel Wert gelegt: Beispielsweise kompensiert der Seitenwind-Assistent Einflüsse von Windböen und der ATTENTION ASSIST (Aufmerksamkeits-Assistent) zieht aus verschiedenen Parametern Rückschlüsse auf eine eventuelle Ermüdung des Fahrers.

„Für uns ist dies ein neues Aufgabengebiet und wir haben uns vorab intensiv mit den Anforderungen befasst. Dazu gehört nicht nur die Beschaffung der neuen Fahrzeuge, sondern vor allem auch die Einstellung und Schulung der insgesamt 75 neuen Fahrerinnen und Fahrer“, betont Bernd Achatz von der BVO, der auch die Leitung für die besonderen Verkehre für die Britische Armee in Nordrhein-Westfalen innehat. EB


Üstra-Kundenwunsch: Ab 2017 Verbot von Alkoholkonsum in Bussen, Bahnen und U-Stationen

(4.8.2016). Die üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG verbietet ab dem 1. Januar 2017 den Konsum von Alkohol in den Bussen, Bahnen und U-Stationen des Unternehmens. „Damit kommen wir einem Wunsch der überwiegenden Mehrheit unserer Fahrgäste nach“, erklärte dazu Vorstandsvorsitzender André Neiß.

Eine von der üstra im Sommer durchgeführte Kundenbefragung hat ergeben, dass insgesamt 83 Prozent voll und ganz bzw. eher dafür sind, das Trinken von Alkohol in den Fahrzeugen der üstra zu verbieten. Die Mehrheit hatte dabei erklärt, sich bei einem solchen Verbot sicherer in Bus und Bahn zu fühlen. Analog zum Rauchverbot, das seit langem besteht, bezieht die üstra auch die unterirdischen Tunnelstationen in das Alkoholkonsumverbot mit ein.

„Das Votum der Nutzer des Nahverkehrs ist eindeutig“, erklärte dazu Hauke Jagau, Präsident der Regionsverwaltung Hannover, „daher begrüßen wir als Aufgabenträger das Alkoholkonsumverbot“. Über die zur Umsetzung notwendigen Veränderungen werde mit der üstra zu sprechen sein.

Die üstra will mit dem Alkoholkonsumverbot einen Lernprozess bei ihren Fahrgästen initiieren und geht in der Umsetzung kulant vor. Daher wird es zunächst bei Verstößen auch keine Strafe geben, sondern einen ermahnenden Hinweis auf das Verbot. In Wiederholungsfällen oder wenn andere Fahrgäste belästigt werden, macht die üstra wie bislang auch von ihrem Hausrecht Gebrauch und verweist die Trinker aus Fahrzeug und Station.

„Wir wollen das Verbot mit Augenmaß durchsetzen und bei Konflikten deeskalierend wirken“, erläuterte André Neiß. Das Verbot soll vor allem vom Sicherheitsdienstleister »protec« überwacht und durchgesetzt werden. „Auch dies entspricht dem Wunsch unserer Fahrgäste, wie wir aus der Kunden-befragung erfahren haben“, betonte der Vorstandsvorsitzende der üstra.

Mit dem Verbot zum 1. Januar 2017 werden die Beförderungsbestimmungen entsprechend geändert sein. Die Zeit bis dahin nutzt die üstra zur Schulung ihres Personals und zur Information der Fahrgäste. Dazu werden Aufkleber an Bussen und Bahnen, Infoflyer und Hinweise im Fahrgastfernsehen dienen. EB