Citywide-Batteriebus von Scania an der Ladestation. Im nordschwedischen Öresund sind die Fahrzeuge unter erschwerten Bedingungen unterwegs. Foto: Scania

Scania: Elektrobusse im Praxistest

6.4.2018. Drei batterieelektrische Niederflur-Busse vom Typ Scania Citywide wurden Ende 2017 im nordschwedischen Östersund in Betrieb genommen, drei weitere Einheiten sind für Anfang 2019 geplant. Die Busse werden von Nettbuss betrieben, einem Tochterunternehmen der Norwegischen Staatsbahn NSB, das zugleich das zweitgrößte Busunternehmen der nordischen Länder ist.

Der Testbetrieb wird in Zusammenarbeit mit der Regierung einschließlich der Stadt Östersund und den Verkehrsbetrieben der Region Jämtland Härjedalen sowie dem öffentlichen Energieversorger Jämtkraft durchgeführt. Dazu werden zwei neu Ladestationen gebaut, um die Versorgung der insgesamt sechs Busse an den beiden Endpunkten der 14 Kilometer langen und gut frequentierten Buslinie sicherzustellen. Die Ladezeit wird 10 Minuten in Anspruch nehmen, und die Busse werden im 15-Minuten-Takt für insgesamt 100 Fahrten täglich eingesetzt werden.

Hinweis: Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) stellt im Rahmen des Sofortprogrammes "Saubere Luft" Fördergelder für die Beschaffung von Elektrobussen bereit. Konkret fördert das BMUB die Anschaffung von mehr als fünf Batteriebussen mit bis zu 80 Prozent der Investitionsmehrkosten. Die Investitionsmehrkosten umfassen alle Kosten, die im Vergleich zur Anschaffung eines Diesel-Busses zusätzlich anfallen. Förderfähig sind daher auch die dazugehörende Ladeinfrastruktur sowie weitere Maßnahmen, die zur Inbetriebnahme von Elektrobussen nötig sind, z. B. Schulungen und Werkstatteinrichtungen. Plug-In-Hybridbusse werden wie bisher mit bis zu 40 Prozent der Investitionsmehrkosten gefördert.

Scania bietet über die neuen Batteriebusse hinaus eine große Auswahl an Linien- und Reisebussen für alternative Kraftstoffe wie Biogas, Bioethanol und Biodiesel sowie Hybridbussen an. Zudem hat Scania sich verpflichtet, mit Blick auf das Pariser Klimaabkommen und ergänzend zur kontinuierlichen Entwicklung von weitestgehend emissionsfreien Fahrzeugen seine bei der Produktion anfallenden CO2-Emissionen bis 2025 zu halbieren. EB

 


In Verbindung mit elektrischen Antrieben wird es nicht nur "die eine" Lösung geben. Daher spielen vielseitige Ladeysysteme eine entscheidende Rolle bei der Akzeptanz von Elektromobilität im modernen ÖPNV

Scania entwickelt gemeinsam mit Northvolt Batteriezellen für Lkw und Busse

5.2.2018. Scania wird 10 Millionen Euro in eine Partnerschaft mit dem ebenfalls schwedischen Unternehmen Northvolt investieren. Geplant sind zunächst Aufbau und Weiterentwicklung einer Forschungseinrichtung und eines Testzentrums. Im Fokus stehen robuste und kosteneffiziente Batteriezellen für schwere Nutzfahrzeuge sowie die kontinuierliche Entwicklung einer Ladeinfrastruktur – beides Voraussetzung für den Marktdurchbruch von Lkw und Bussen mit elektrischen Antrieben.

Die Herstellung von Batteriezellen ist energieintensiv, jedoch bietet Schweden eine solide Versorgung mit kostengünstigem Ökostrom. Das Land ist daher gut geeignet für eine groß angelegte nachhaltige Batterieproduktion.

Um unterschiedlichen Transportaufgaben gerecht zu werden, wird es verschiedene elektrische Antriebsstränge mit jeweils optimalen Batterietechnologien geben, wird seitens Scania hervorgehoben. „Wir wollen den Kunden die Wahl nachhaltiger Transportlösungen leicht machen. Die Elektrifizierung wird eine Schlüsselrolle beim Übergang zu einem Verkehrssystem ohne fossile Brennstoffe spielen. Die derzeitige Batteriezellentechnologie muss jedoch so entwickelt werden, dass sie die Anforderungen von Kunden schwerer Busse und Lkw erfüllen. Mit Northvolt als Partner glauben wir, dass wir große Fortschritte machen können“, so Henrik Henriksson, Präsident und CEO von Scania.

Die beiden Unternehmen werden ein Expertenteam aufbauen und in der
Forschungseinrichtung Northvolt Labs im schwedischen Västerås zusammenarbeiten. Dort soll die Produktion von Batteriezellen entwickelt und vermarktet werden. Zudem baut Northvolt derzeit in der nordschwedischen Stadt Skellefteå eine Batteriefabrik der neuesten Generation. Einen Abnahmevertrag für Batteriezellen hat man bereits geschlossen.

„Mit der Produkt- und Geschäftskompetenz von Scania in Kombination mit unserem hochmodernen Fertigungsprozess sind wir davon überzeugt, dass wir für den schweren Nutzfahrzeugmarkt kosteneffiziente und umweltfreundliche Batteriezellen von höchster Qualität herstellen können“, erklärt Peter Carlsson, Mitbegründer und CEO von Northvolt.
Eine weitere Partnerschaft hat Scania vor kurzem mit Haylion Technologies
besiegelt. Beide Unternehmen konzentrieren sich auf Lösungen für die chinesische Transportbranche in den Bereichen autonomes Fahren, Elektrifizierung, Konnektivität und Stadtbusverkehr. Das gemeinsame Ziel von Scania und Haylion Technologies ist die Beschleunigung der Vermarktung von autonomen Fahranwendungen und nachhaltigem Verkehr.

EB/Foto: Scania/Dan Boman