Die Flagge der Vereinigten Staaten (neben Belgien und Mazedonien) weht bereits vor dem Hauptsitz von Van Hool in Koningshooikt. Fotos: Van Hool

Van Hool baut Produktion in den USA

12.4.2018. Van Hool NV (Belgien), unabhängiger Hersteller von Omnibussen, Reisebussen und Nutzfahrzeugen, wird in Morristown (Tennessee, USA) eine moderne Busproduktion bauen. Rund 600 Mitarbeiter werden dort jährlich 400 Omnibusse fertigen. Noch dieses Jahr wird die Grundsteinlegung erfolgen, bereits im 1. Quartal 2020 soll das neue Werk seinen Betrieb aufnehmen können.

Während Van Hool seit 1987 bereits über 10.000 Komplettbusse für Reise- und Pendelverkehre nach Nordamerika (USA/Kanada) exportiert hat, will man jetzt auch kommunale bzw. staatliche Verkehrsbetriebe beliefern; in diesem Zusammenhang gab der „Buy American Act“ den Auschlag für den Werksbau: Fahrzeuge für öffentliche Verkehrsbetriebe müssen demnach zu 70 % aus Teilen von amerikanischen Zulieferern bestehen, zu 100 % amerikanischem Stahl verwenden und vollständig in den USA montiert werden. Da laut Van Hool für ÖPNV-Busse ein jährlicher Bedarf von 6.000 bis 8.000 Fahrzeuge gegeben ist, bieten sich vielfältige Möglichkeiten für den erfahrenen Busbauer.

CEO Filip Van Hool (Foto) bei der Bekanntgabe der Planung: „Die Investition in Höhe von über 47 Millionen Dollar garantiert die weitere Stärkung der 30-jährigen Präsenz von Van Hool auf dem amerikanischen Markt. Wir möchten dort für den öffentlichen Busverkehr ein besonders wettbewerbsfähiges Produkt anbieten. Dieser neue Bustyp soll komplett von den Ingenieuren aus dem Studienbüro in Koningshooikt entworfen und entwickelt werden. Außerdem wurde vorbereitend zum Start der Produktion in Morristown ein umfassendes Schulungsprogramm für die neuen amerikanischen Mitarbeiter ausgearbeitet, die hierfür 2019 nach Koningshooikt kommen sollen. Unsere erfahrenen Mitarbeiter werden ihre neuen amerikanischen Kolleginnen und Kollegen mit den hohen Qualitätsnormen und Standards der Fahrzeuge von Van Hool vertraut machen.“

Van Hool ist ein belgischer, unabhängiger Hersteller von Bussen, Reisebussen und Nutzfahrzeugen. Das im Jahr 1947 gegründete Unternehmen hat seinen Sitz im belgischen Koningshooikt. Der überwiegende Teil der Produktion ist für Europa und Amerika bestimmt. Van Hool beschäftigt weltweit rund 4.500 Mitarbeitende, wobei ein Großteil an den derzeitigen Produktionsstandorten in Koningshooikt (Belgien) sowie in Skopje (Mazedonien) beschäftigt ist. EB

 


Van Hool: Reisebus mit Elektroantrieb

Der vielseitig einsetzbare Reisehochdecker Van Hool CX45 wird auch für den nordamerikanischen Markt in der EU gebaut. Künftig gibt es davon eine E-Bus-Variante

 

9.10.2017. Der belgische Bushersteller Van Hool wird 2019 den ersten vollständig elektrisch angetriebenen Reisehochdecker (Typ CX45E) für den nordamerikanischen Markt vorstellen; dazu kooperiert Van Hool mit Proterra, einem führenden Entwickler von Batteriesystemen und elektrisch angetriebenden Omnibussen.

Im Fokus des neuen E-Bus-Typs steht der Einsatz im Pendel- und Shuttleverkehr oder auch als Kombibus für regionale Linien. Während Entwicklung und Bau der Prototypen bei der Muttergesellschaft in Koningshooikt erfolgen, ist die Serienproduktion für das mazedonische Van Hool-Werk in Skopje vorgesehen; dort wird bereits die Dieselvariante CX45 gebaut – die ebenfalls in den USA und Kanada erfolgreich vertrieben wird.

„Mit dieser Ankündigung setzen wir ein Sahnehäubchen auf das 30-jährige Jubiläum der Partnerschaft zwischen Van Hool und seinem Exklusivpartner ABC Bus Companies Inc. auf dem nordamerikanischen Markt“, so Filip Van Hool, CEO des Unternehmens. Die Kooperation mit ABC ist Basis für Vertrieb, After-Sales und Service von Van Hool-Bussen im gesamten nordamerikanischen Raum. So obliegt ABC Companies auch die Markteinführung der neuen E-Busse.

Seitens Van Hool sieht man das künftiger Modell CXE auch als Beleg dafür, wie schnell das Unternehmen auf die Bedürfnisse seiner Kunden reagieren kann; schließlich sind nachhaltige Transportlösungen in den USA und Kanada zunehmend gefragt. Ebenso stuft man das neue Projekt bei Proterra ein: „Für uns ist das der Einstieg in den Reisebusmarkt. Mit ihm erhalten wir Zugang zu Reisebusflotten, um dort – gemeinsam mit Van Hool – ein rein elektrisches Fahrzeug anzubieten“, so CEO Ryan Popple.

Erst vor wenigen Wochen hatte Proterra bei einer Testfahrt mit dem eigenen Elektrobus "Catalyst® E2 Max" einen neuen Reichweitenrekord aufgestellt: 1101,2 Meilen (1773 km). Das  Powerpaket an Bord des Busses verfügte über eine Leistung von 660 kWh. JG/Foto Van Hool