Jetzt auch in der Baureihe 500 angesiedelt: Setras Doppeldecker mit umfangreichen Neuerungen. Die "La Linea" als markantes Stilmittel wurde nach unten verlegt, fällt jedoch immer noch auf

Setra S 531 DT: Das Flaggschiff

18.10.2017. Maximale Effizienz und Variabilität, höchster Komfort und größte Sicherheit: Die Neuauflage des Setra-Doppelstockbusses, nunmehr Mitglied der TopClass 500-Familie, setzt wieder Maßstäbe.

Der S 531 DT soll mit bester Aerodynamik und günstigen Verbrauchswerten neue Maßstäbe innerhalb seiner Klasse erzielen; da derzeit noch unabhängige Testberichte mit Verbrauchsmessung ausstehen, darf man diesbezüglich besonders gespannt sein.

Die Sicherheitsaustattung mit Assistenzsystemen ist umfangreich, so gibt es denn neuen Active Brake Assist 4, der hier in einem Omnibus erstmals zum Einsatz kommt. Neu an den Funktionen ist – bei Gefahr eines Auffahrunfalls und wenn der Fahrer nicht rechtzeitig reagiert – die Vollbremsung auf stehende und vorausfahrende Hindernisse sowie eine Fußgängererkennung.
Eine weitere Weltpremiere für Omnibusse ist der Sideguard Assist des 531 DT, als wirksames Hilfsmittel gegen den toten Winkel. Er überwacht mit Radarsensoren die Spur rechts neben dem Omnibus über dessen komplette Länge. Er warnt beim Abbiegen durch eine Leuchte im Außenspiegel auf der Beifahrerseite sowie durch eine haptische Vibrationsrückmeldung im Fahrersitz vor Fußgängern, Radfahrern sowie ebenfalls vor stationären Hindernissen im Kurvenlauf. Darüber hinaus dient der Sideguard Assist außerorts als Spurwechselassistent, denn bei höheren Geschwindigkeiten wird der überwachte Streifen nach vorn auf bis zu fünf Meter und nach hinten auf bis zu 15 m über die Fahrzeuglänge hinaus ausgedehnt.
Der neue Setra Doppelstock ist als erster Reisebus aus dem Daimler Buses Produktportfolio serienmäßig mit einer Brandlöschanlage im Motorraum ausgestattet. Damit vorerfüllt das Fahrzeug ein Gesetz, das einen Einbau ab Juni 2019 für alle neu zugelassenen Reisebusse vorschreibt. Bei einem Brand birst die unter Druck stehende Detektionsleitung – der Fahrer erhält dabei eine optische und akustische Warnmeldung im Zentraldisplay. Gleichzeitig wird ein Löschvorgang ausgelöst, wobei ein Löschmittelgemisch durch Hochdruckdüsen im gesamten Motorraum verteilt wird: Der Brand wird gelöscht, der Motorraum deutlich heruntergekühlt und ein Wiederentflammen verhindert.

Zur Aerodynamik: Vorn lassen stark gewölbte Windschutzscheiben und große Kantenradien den Fahrtwind mit geringstem Widerstand um den Buskörper strömen, hinten lenken ihn Einzüge und Abrisskanten gezielt. Die Entwickler haben sich um kleinste Details bemüht: So steht der Scheibenwischer des Oberdecks in Ruheposition senkrecht – eine Anleihe aus dem Motorsport. Ergebnis ist ein Luftwiderstandsbeiwert von cw = 0,35, Bestwert für dieses Segment. Die Aerodynamik legt die Basis zu einem rekordverdächtigen Kraftstoffverbrauch: Er sinkt, abhängig vom Einsatz, im Vergleich zum Vorgängermodell um etwa sieben bis zehn Prozent. Das bedeutet je nach Laufleistung eine Ersparnis von mehreren tausend Litern Kraftstoff im Jahr. Die umfangreiche aerodynamische Feinarbeit rund um den Bug des Setra verringert nicht nur den Luftwiderstand und damit den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen, gleichzeitig werden auch die Windgeräusche minimiert, ein klares Komfortplus für Fahrer und Fahrgäste.
Motor und Antrieb: Beim Antrieb greift der neue Doppelstockbus auf gleichermaßen moderne und bewährte Technik zurück, die zuletzt im Herbst 2015 mit der neuesten Motorengeneration des Mercedes-Benz OM 471 umfassend aktualisiert wurde. Der Antriebsstrang aus einer Hand setzt in Kraftstoffeffizienz und Zuverlässigkeit Maßstäbe und ist präzise auf Omnibusse abgestimmt. Der Reihensechszylinder OM 471 mit 12,8 Liter Hubraum leistet unverändert 375 kW (510 PS) und erreicht ein beachtliches Drehmoment von 2500 Nm. Lange Wartungsintervalle von bis zu 120.000 km beim Motorölwechsel und 360.000 km für die erste Reinigung des Partikelfilters (danach alle 240.000 km) senken die Kosten und reduzieren Stillstandszeiten. Mit ihm verbunden ist das vollautomatisierte Achtgang-Omnibusgetriebe GO 250-8 PowerShift. Merkmale des perfekt abgestuften Aggregats sind schnelle und kaum spürbare Schaltungen sowie eine Kriechfunktion für feinfühliges Rangieren. Die Kraftübertragung erfolgt auf die Omnibus-Antriebsachse RO 440, sie arbeitet reibungsarm und damit wirtschaftlicher sowie leise – ein wesentlicher Faktor speziell im Unterdeck des Doppelstockbusses. Wie bisher erhöht eine Nachlaufachse mit Einzelradaufhängung den Fahrkomfort, verbessert die Fahreigenschaften und senkt das Gewicht.
Den Fahrer unterstützen darüber hinaus auf Wunsch der vorausschauende Tempomat Predictive Powertrain Control (PPC) sowie Eco Driver Feedback (EDF) mit individuellen Rückmeldungen zur persönlichen Fahrweise. Mit dieser Kombination sowie langen Wartungsintervallen, und durch die aerodynamisch perfektionierte Karosserie schöpft der Setra S 531 DT der TopClass 500 alle Sparpotenziale aus. Dazu gehört auch die Wartungsfreundlichkeit. Sie hat bei der Neukonzeption des Doppelstockbusses eine wichtige Rolle gespielt. Zum Beispiel ist die Kühleranlage auf der rechten Seite des Omnibusses nun durch eine große Wartungstür statt den bisher verwendeten zwei Klappen zur Wartung noch besser zugänglich. Auf der gegenüberliegenden Seite führt eine weitere große Wartungstür zur Abgasanlage. Eine neue große Wartungsklappe auf der Außenseite des Fahrzeugs vereinfacht die Entleerung des Abfallbehälters. Sie erleichtert ebenfalls den Zugang zur Sanitäreinrichtung.
Variabilität: Ferienreisen, Fernlinien, edle Bistro-Busse, Überlandlinie – der neue Setra deckt alle denkbaren Einsätze für Omnibusse seines Formats ab. Er hat mit exakt 14 m Länge das Idealmaß für Doppelstockbusse im Reiseverkehr. Daraus resultieren alltagstaugliche Handlichkeit, 83 Fahrgastplätze mit Serienbestuhlung, trotzdem Platz für Komfortausstattungen wie Wasch- und Toilettenraum sowie eine Stehküche im Unterdeck. Dazu stehen ein angemessener Platz für Koffer und Taschen im Gepäckraum über der Antriebseinheit und zusätzliche Raumreserven in den Unterflur-Staufächern zur Verfügung. Aufgrund des flexibel zu gestaltenden Unterdecks läßt sich der Setra-Doppeldecker ganz speziell einrichten, wie es etwa für die Fernlinie mit den vorgeschriebenen Rollstuhlplätzen vorgeschrieben ist.
Der S 531 DT bietet große Vielseitigkeit: Neben einer markentypischen individuellen Ausstattung und Bestuhlung bildet die Grundlage dafür das variabel nutzbare Unterdeck. Dank einer komplett neuen Konstruktion kann im Erdgeschoss in Fahrtrichtung rechts auf Wunsch das Podest entfallen. Daraus resultieren neue Möglichkeiten: Rollstuhlplätze, Einrichtungen für Bistro-Busse, Wechselpodest mit Kinderwagenplatz für Überlandlinien oder mit Podest die klassische Bestuhlung im Reiseverkehr. Für Einsätze im Ausflugs- oder Linienverkehr ist der Doppelstockbus auch ohne Küche und Waschraum mit maximaler Bestuhlung zu bekommen. Deutlich wird die Vielfalt auch im Cockpit: Käufer können zwischen dem elegant-funktionellen Cockpit aus der Setra ComfortClass 500 und dem luxuriösen Cockpit der TopClass 500 wählen.
Komfort: Helles Interieur, bequeme Aufgänge, innovativer Waschraum. Mit viel Licht und einer modernen Gestaltung vermittelt das helle Interieur des neuen Setra einen großzügigen Raumeindruck. Ins Auge fallen vor allem die Aufgänge als Verbindung vom Unter- zum Oberdeck. Von außen verglast, sind sie innen mit lichtdurchlässigem Acryl-Kunststoff verkleidet. Gleichmäßige zweifarbige Stufen mit individueller Beleuchtung, Podeste und durchgehende Handläufe vermitteln Sicherheit beim Auf und Ab im Bus. Im Oberdeck wurde das Cockpit für die Passagiere in der ersten Reihe völlig neu gestaltet. Sein bogenförmiges Design und die zweifarbige Gestaltung nimmt grundsätzlich die Optik des Fahrercockpits auf. Eine Verlegung des durchgehenden Handlaufs nach vorn verbessert den Raumeindruck. Neu positioniert wurden die Becherhalter, es gibt nun Platz für Tabletts, zum Beispiel für Snacks aus der Bordküche. Beachtung verdient ebenfalls der völlig neu gestaltete Waschraum. Zugang ist nun barrierefrei, die Stehhöhe deutlich größer. Seine Einrichtung ist diagonal angeordnet, das bedeutet maximales Platzangebot. Das im oberen Bereich glänzend weiße Mobiliar und die freundliche LED-Beleuchtung erinnern in Form, Farben und Beleuchtung an ein modernes Bad.
Eine optionale Beduftungsanlage treibt das angenehme Klima an Bord des neuen Setra auf die Spitze. Beim Einschalten der Zündung und Öffnen der Tür eins bzw. bei geöffneter Tür versprüht ein Duftgenerator automatisch einen dezenten und unaufdringlichen Wohlgeruch. Dieser heißt die Fahrgäste willkommen und lädt zum Wohlfühlen ein. Die wesentlichen Komponenten stammen aus der Mercedes-Benz S-Klasse. Zur Wahl stehen sechs Düfte von sportlich frisch und belebend bis zu fülligen Holznoten.

Modernes Design und eigenständiges Erscheinungsbild. Der neue Doppelstockbus ist ein Mitglied der Setra TopClass 500. Aufgrund seines breiten Einsatzspektrums und der Vielfalt an Ausführungen und Ausstattungen fährt er jedoch innerhalb der Baureihe 500 in einer eigenen Klasse. Dies dokumentiert sein gleichermaßen modernes und eigenständiges Erscheinungsbild. Das Gesicht des Setra mit dunkler Frontblende und silbernem Markenschriftzug stammt unverkennbar aus der TopClass 500. Erstmals sind die beiden Windschutzscheiben nahtlos zusammengefügt und werden durch eine Aluminiumspange gegliedert. An der Seitenwand haben die Designer die markentypische Aluminiumleiste „La Linea“ weiterentwickelt. Sie erstreckt sich nun waagerecht entlang der Dachkante und streckt damit den Doppelstockbus, der trotz nahezu identischer Abmessungen mit anderen Proportionen überrascht. Die üppige Verglasung ist in Höhe des hinteren Aufgangs durch einen Gegenschwung gekennzeichnet. Er verleiht dem Omnibus Dynamik und ist in Aluminium gefasst. Die Verblechung des Oberdecks schwebt nun wie eine Insel auf der Verglasung. Darunter unterbricht über dem vorderen Radlauf eine Logoblende in Aluminium die Brüstungsleiste des Unterdecks. Das Heck ist durch seitliche Finnen mit Abrisskante und die Rückleuchten der Baureihe 500 eingefasst. Die beiden Lüftungsgitter des Motors sind beim neuen Doppelstockbus erstmals miteinander verbunden. Darüber setzt das schwarze Gitter der integrierten Klimaanlage TopAir Akzente. Unter dem Heckfenster fällt die verchromte Logoblende mit Markenschriftzug aus der TopClass 500 ins Auge – perfekter Abschluss eines aufsehenerregenden Omnibusses. Dies alles haben die Gestalter in ein elegantes, wiederum sich abhebendes Design gehüllt. Zur Busworld 2017 feiert Setra mit dem neuen Flaggschiff Publikumspremiere.

EB/JG Fotos Daimler Buses