Weltpremiere: Der neue Tourismo

19.6.2017. Nach knapp 20 Jahren und rund 26000 verkauften Einheiten hat Mercedes-Benz seinen Dauerrenner jetzt von Grund auf neu entwickelt und im Rahmen einer Weltpremiere dem Fachpublikum vorgestellt. 400 Millionen Euro hat Daimler Buses dafür investiert, wie Hartmut Schick (Leiter Daimler Buses) hervorhob. Mit seinen vier Modellvarianten und einer hohen Antriebs- und Ausstattungs­vielfalt deckt der neue Mercedes-Benz Tourismo die vielfältigen Kundenbedürf­nisse im gesamten Reisebussegment ab.

 

 


Vielfältig und bewährt: Die Reisebus-Baureihe Mercedes-Benz Tourismo, die künftig frisch aufgelegt sein wird                                                                         Foto: Görgler

Premiere im Sommer: Der neue Tourismo

5.4.2017. Mit frischem Design und neuer Konstruktion fährt künftig der Mercedes-Reisebus Tourismo RHD vor – seit vielen Jahren die Nummer eins unter den Mercedes-Hochdeckern. Die Baureihe soll komplett neu entwickelt worden sein und durch Komfort, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit überzeugen. Seine Messepremiere feiert der neue Tourismo RHD auf der Busworld in Kortrijk/Belgien (20. bis 25. 10. 2017).

Erhalten bleibt das bisherige Maßkonzept: Mit vier Modellen in drei Längen von rund 12 m bis 14 m. Damit wird der neue Tourismo wie gewohnt die wesentlichen Größen des Business-Segments abdecken: Vom funktionellen Shuttlebus über Ausflugs- und Fernlinienbusse bis zum komfortablen Fernreisebus. Das Motoren-Angebot reicht künftig vom kompak­ten und leichten Reihensechszylinder Mercedes-Benz OM 936 mit 7,7 l Hubraum und 260 kW (354 PS) Leistung bis zur besonders kraftvollen neuen Spitzenmotori­sierung mit 335 kW (456 PS) aus dem bekannten OM 470 mit 10,7 l Hubvolumen. Ebenso passt sich der Tourismo RHD mit zwei unterschiedlich wählbaren Cockpits und einem noch individuellerem Fahrgastraum den verschiedensten Einsätzen maßgenau an, wie der Hersteller angkündigt.

Vom neuen Design hat Mercedes bis dato noch keine "echten" Fotos freigegeben. Doch wir wissen: Dank der bis ins Detail optimierten Aero­dynamik soll der Luftwiderstandsbeiwert einen bisher unübertroffenguten Wert von Cw = 0,33 erreichen. Ein guter Cw-Wert trägt bekanntlich zu günstigen Verbrauchswerten und damit entsprechend geringen Emissionen erheblich bei.

Mit neuen Optionen, wie beispielsweise dem erstmals beim Tourismo lieferbaren vorausschauenden Tempomaten Predictive Powertrain Control (PPC), wird sich der Verbrauch weiter minimieren lassen. Lange Wartungsintervalle sollen die Wirschaftlichkeit erhöhen.

Maßstab seiner Klasse wird das Sicherheitsniveau des neuen Tourismo RHD sein. Im Vordergrund steht dabei die maximale aktive Sicherheit zur Verhinderung von Unfällen. Neben einer umfangreichen Serienausstattung soll der Tourismo – optional – u. a. mit dem Notbremssystem Active Brake Assist 3 (ABA 3) ausgerüstet werden. Das System erkennt neben vorausfahrenden auch stehende Hindernisse und leitet im Notfall eine Vollbremsung ein. Sollte trotzdem ein Unfall passieren, dient das patentierte Sicherheitssystem Front Collision Guard (FCG) als effektiver Schutz von Fahrer und Beifahrer bei einem Frontalaufprall. Umgesetzt wurde zudem die gesteigerte Aufbaufestigkeit, wie sie die kommende Vorschrift ECE-R 66.02 verlangt.

Aus Sicht der Fahrgäste soll der Reisekomfort des neuen Tourismo RHD im Vordergrund stehen. Stichworte sind bequeme Einstiege, ein hell und freundlich gestalteter Innenraum sowie die neue Softline-Bestuhlung mit attraktiven Mustern. Zum Wohlfühl-Komfort wird eine Zweizonen-Regelung mit vollautomatischer Regelung und jeweils zwei getrennten Kreisläufen für Heizung und Klimatisierung gehören.

Bereits ab Werk will Mercedes-Benz für alle Tourismo-Ausführungen einen WLAN-Router mit Antenne (Coach MediaRouter) anbieten, der über zwei Einschübe für SIM-Karten auf LTE-Basis sowie zwei USB-Anschlüsse verfügt. Damit ist gewährleistet, dass Nutzer während der Fahrt über die Internetnutzung hinaus mit ihren mobilen Endgeräten ebenfalls Medien aus einer lokalen Datenbank abrufen können.

Das Telematiksystem FleetBoard wird auch beim neuen Tourismo ab Werk verfügbar sein. Die damit verknüpften Dienste sind modular aufgebaut, wurden speziell für das busspezifische Flottenmanagement entwickelt und sind europaweit verfügbar. Mit FleetBoard lassen sich vielfach Einsparpotenziale in Omnibusfuhrparks ausschöpfen.

Bereits Mitte Juni soll der Premierenbus der Fachpresse vorgestellt werden – Bericht folgt!                                                                                                            JG


Mercedes-Benz Travego: Winterzauber auf 3 Achsen

2016-12-07. Bereits im letzten Jahr hat Mercedes-Benz mit dem Weihnachts-Travego Aufsehen erregt und viel Zuspruch erhalten. Der mit passenden Motiven und Lichterketten (135 Meter!) geschmückte Travego war rund vier Wochen bei bayrischen Omnibuskunden für soziale Einsätze unterwegs. Um den Charity-Charakter der Aktion weiter fort zu führen, hat der Hersteller daraus den "Winter-Travego" kreiert.

Busunternehmer haben nun die Möglichkeit, bis Anfang März 2017 das Fahrzeug für ihre eigenen Charity-Projekte im gesamten Bundesgebiet zu mieten. Ob Kindergarten­fahrten zur Eisbahn oder Landfrauenausflug zum Weihnachtsmarkt – die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und müssen lediglich einem guten Zweck dienen. Interessenten können sich direkt an ihren zuständigen Verkaufs­beauftragten wenden; die Organisation und Einsatzplanung der Aktion erfolgt über das Verkaufsbüro Süd.

Zur speziellen Technik: Die Lichtanlage kann mehrere Programme darstellen und lässt sich vom Gepäckraum aus steuern. Zu- und abgeschaltet wird der Lichterglanz vom Fahrerarbeitsplatz aus. Die LED-Farben Rot, Grün oder Blau können dabei einzeln geschaltet oder nach Belieben gepaart werden. EB

 


Täglich bis zu 41 Einheiten können in der modernen Omnibuslackierung effizient und umweltgerecht lackiert werden

Seit 1998 75.000 "Evobusse" in Neu-Ulm lackiert

17.11.2016. Dieser Tage wurde am EvoBus Standort Neu-Ulm die 75.000ste Rohkarosse seit 1998 lackiert – in Europas modernster Lackieranlage für Omnibusse. Bei dem Jubiläumsbus handelte es sich um einen Setra S 519 HD der Comfort Class für das spanische Bus-Unternehmen ALSA.

Rund 450 qualifizierte Facharbeiter sorgen in der 25.000 Quadratmeter großen Lackieranlage dafür, dass täglich bis zu 41 Einheiten effizient und umweltgerecht lackiert werden können. Die Fahrzeuge werden bei einem hohen Automatisierungsgrad individuell nach Kundenwunsch lackiert. Um ein gleichbleibend hohes Qualitätsniveau sicherzustellen, bildet das Unternehmen selbst Fahrzeuglackierer aus.

In Neu-Ulm erfolgt nach der Grundierung der Karossen der Lackauftrag mittels einer verbrauchsoptimierten Verfahrenstechnik, die zudem Zeit spart. Insgesamt acht Roboter garantieren eine gleichmäßige Beschichtung bei vergleichsweise geringem Materialverbrauch von ca. 13 Kilogramm Lack pro Fahrzeug. Weitere Prozessschritte sind die Dekorbeschichtung im Innenraum, die Hohlraumkonservierung sowie der Fahrwerkschutz, bevor die Spezialisten des Bereichs Colorfinish die Karosserien mit viel Fingerspitzengefühl je nach Kundenwunsch mit den individuell gestalteten Motivfolien bekleben. Neben der ausschließlichen Verwendung von lösemittelarmen Lacken trägt auch ein regeneratives Abluftsystem in der Lackieranlage zum Umweltschutz bei. Die gesetzlichen Emissionswerte werden in Neu-Ulm dadurch deutlich unterschritten.

Der Standort Neu-Ulm mit seinen rund 3700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist eine tragende Säule für Daimler Buses. Dort befindet sich neben dem Kompetenzcenter Lackierung das Entwicklungszentrum für Hochbodenfahrzeuge sowie das Designcenter für alle Baureihen der Marken Mercedes-Benz und Setra; darüber hinaus ist am ehemaligen Kässbohrer-Standort auch das Setra-Kundencenter zuhause. EB/Foto EvoBus


Neu im Programm: Mercedes-Benz Conecto G mit 18,12 m Länge

Der neue Connecto – Weltpremiere in Polen

5.9.2016. Bereits der bisherige Niederflur-Stadtbus Conecto – von Beginn an im Mercedes-Buswerk Hosdere (bei Istanbul) gebaut – war mit über 3000 verkauften Einheiten ein Renner; damit dies auch künftig so bleibt (oder sogar noch besser wird) hat Mercedes-Benz das Angebot erweitert und weiterentwickelt, was sich auf Antriebe sowie Fahrsicherheit, Komfort und Handling bezieht.

Die Premiere findet übrigens heute und morgen in Warschau statt. Dies deutet bereits auf den einzigen Haken an der Sache: Der Conecto wird ausschließlich auf osteuropäischen Märkten sowie in Ländern des Nahen Ostens und Zentralasiens angeboten – mit geringfügig abweichenden Designmerkmalen, eingeschränkter individueller Ausstattung und einem spürbar günstigeren Preis.

Im Heck des Conecto arbeiten hocheffiziente und emissionsarme Dieselmotoren nach Abgasstufe Euro VI. Dabei profitiert der Conecto Gelenkzug von der neuesten Generation des Heavy-Duty-Motors OM 470.

Alternativ ist der Conecto erstmals auch mit dem besonders leisen und emissionsarmen Erdgasmotor (M 936 G) zu bekommen, mit neu konstruierten CNG-Tanks auf dem Dach. Damit wird er in typischen Erdgasmärkten wie etwa der Türkei oder in Osteuropa interessanter denn je. Für Märkte, die unverändert nach der Abgasstufe Euro III verlangen, liefert Mercedes-Benz weiterhin das Vorgängermodell.

 

Beispiele für den hohen Stand der Sicherheitstechnik sind das elektronische Stabilitätsprogramm ESP beim Solo-Fahrzeug und der Knickschutz beim Gelenkbus ATC (Articulation Turntable Controller) von Mercedes-Benz sowie die Vorderachse mit Einzelradaufhängung für hohe Fahrsicherheit und Fahrkomfort. Mercedes-Benz liefert den Niederflur-Stadtlinienbus als 12,13 m langen drei­türigen Solobus Conecto sowie als 18,12 m langen viertürigen Gelenkbus Conecto G.

 Die neue Stadtbusfamilie wird jetzt in Warschau rund 60 Verkehrsbetrieben vorgestellt und ist bereits in Produktion. JG/Fotos Daimler Buses


Deutschlandfahrt mit Oldtimern, wozu auch ein Kässbohrer S 9 gehört

 

31.8.2016. Die 15. Deutschlandfahrt für historische Nutzfahrzeuge startet am 2. September (Freitag) um 10 Uhr ab Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart. Bereits morgen (Dienstag, 1.9.) sind die Fahrzeuge dort ab 14 Uhr zu besichtigen. Rund 70 Spediteure und Transportunternehmen nehmen an der zehntägige Tour teil, bei der insgesamt 1200 km absolviert werden. Erstes Tagesziel ist Speyer, von dort aus geht es quer durch Deutschland bis nach Hamburg, wo für den 9. September eine Abschlussveranstaltung geplant ist. Mercedes-Benz selber ist mit mehreren gut erhaltenen Lkw-Modellen vertreten, die alle mindestens 30 Jahre alt sind und teilweise sogar aus der Vorkriegszeit stammen. Darüber hinaus nimmt die Konzerntochter Setra (einst Kässbohrer) mit einem Omnibus vom Typ S 9 (Foto) von 1959 teil.

Zur Kolonne gehören neben Oldtimern aus der Mercedes-Benz-Sammlung auch Fahrzeuge der im Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA) vertretenen Hersteller. Ausgewählte Oldies sind dann zusätzlich auf der IAA Nutzfahrzeuge vom 22.09. bis 29.09.2016 in Hannover zu sehen. JG/Foto: Setra

Oldtimer-Lkw wie die beiden Frontlenker aus den 50er und 60er Jahren (vorne LP 333, hinten LP1624) bilden den Schwerpunkt der Deutschlandfahrt. Foto: Mercedes-Benz


ABA 4: Personenerkennung inklusive – zunächst für Mercedes-Trucks, der Bus folgt

Durch den Notbremsassistenten ABA 3 lassen sich mit Bussen, wie hier der Reisehochdecker Travego von Mercedes-Benz, Auffahrunfälle auf bewegte und stehende Hindernisse vermeiden – selbst wenn der Fahrer überhaupt nicht reagiert. Neu ist ABA 4 mit Personenerkennung, zunächst allerdings nur in Trucks verfügbar. Fotos: Görgler (oben), Mercedes-Benz Nutzfahrzeuge (unten)

(17.7.2016). Der neue Active Brake Assist 4 (ABA 4) mit Personenerkennung ist ein weiterer Meilenstein der Entwicklung aktiver Sicher­heitstechnologien von Mercedes-Benz. Herausragendes Merkmal: ABA 4 warnt als weltweit erstes System seiner Art vor einer Kollision mit Fußgängern und leitet gleichzeitig automatisch eine Teilbremsung ein – falls der Fahrer nicht rechtzeitig reagiert.

 

Wir erinnern uns: 2008 präsentierte Mercedes-Benz als erster Hersteller von Omnibussen mit ABA 1 einen Notbremsassistenten, der bei akuter Gefahr eines Auffahrunfalls automatisch eine Vollbremsung einleiten kann. Zwei Jahre zuvor gab es das mittels Radar funktionierende System bereits im Truck , wo die Umsetzung nicht ganz so aufwändig war, da man keine Rücksicht auf Fahrgäste nehmen musste (die bei einer konsequenten Notbremsung durchaus verletzt werden könnten).

 

Der Notbremsassistent reagierte ursprünglich nur auf bewegte Objekte wie langsamer vorausfahrende Fahrzeuge, wurde jedoch laufend fortentwickelt (ABA 2, ABA 3) und kann in der noch aktuellen Variante ABA 3 auch stehende Hindernisse präzise erkennen und Auffahrunfälle weitestgehend sicher vermeiden.

 

Multi-Mode-Radar statt Videobilder

Die Funktion aller ABA-Systeme basiert auf der Kombination mit dem radargesteuerten Abstandsregeltempomaten (ART), wie es bisher jedoch für die Personenerkennung nicht ausreichte. Deshalb sollten Videobilder mit der Radarerfassung kombiniert und ausgewertet werden, was einige Fahrzeughersteller und Systemlieferanten auch umgesetzt haben. Mercedes-Benz ist jetzt allerdings einen anderen Weg gegangen und setzt für ABA 4 eine weiterentwickelte Technologie ein, das elektronisch scannende Multi-Mode-Radar; dessen Reichweite und Performance übertrifft die bisherigen Systeme deutlich. Somit lassen sich sogar Fußgänger erfassen, die sich hinter geparkten Fahrzeugen bewegen oder aus diesem Bereich hervorkommen; heute verfügbare Kamerasysteme können dagegen – so die Information des Herstellers – nur bedingt die Radarfunktion verbessern, in einzelnen Situationen sogar die Verfügbarkeit des Gesamtsystems einschränken. Darüber hinaus punktet die Radartechnik weiterhin mit einer Funktion bei allen Witterungs- und Lichtverhältnissen (z.B. Nebel) und kann hochauflösend Fahrzeuge und Hindernisse bis zu einer Entfernung von 250 m, Fußgänger bis zu 100 m erkennen.

 

Fazit: ABA 4 mit Fußgängererkennung ist eine innovative Lösung für noch mehr Sicherheit im Verkehr. Ab Dezember 2016 soll das System analog zu ABA 3 für Mercedes-Benz-Trucks (alle Fernverkehrausführungen) lieferbar sein. ABA 4 mit Personenerkennung wird auch für den Bus kommen, allerdings ist der Zeitpunkt wegen der umfangreicheren Programmierung unter Berücksichtigung der Fahrgäste noch offen. Sukzessive zur Umsetzung werden Berichte folgen. JG